Bericht der BNN von Montag 31.08.2009
Vater nahm den Sohn in die (politische) Pflicht
Steffen Schöps geht im Bundestagswahlkreis Bruchsal/Schwetzingen für die FDP ins Rennen
Philippsburg (kdm). Das Wahlplakat-Konterfei des FDP-Spitzenkandidaten Guido Westerwelle hängt vor dem Haus von Steffen Schöps, FDP-Bundestagskandidat im Wahlkreis Bruchsal/Schwetzingen. Vor ein paar Tagen, anlässlich einer Vorstandsitzung bei ihm zu Hause, habe er das Plakat aufgehängt, erzählt Schöps auf der Gartenterrasse seines Familiendomizils am Stadtrand von Philippsburg. Demnächst wird auch er „hängend“ um Stimmen werben. Unter zig Bilder konnte er auswählen. „Ich habe mich für das entschieden, auf dem ich – wie ich finde – am sympathischsten aussehe“, sagt er und wirkt dabei ein bisschen verlegen. Aber nur kurz. Dann überwiegt wieder seine Sachlichkeit. „Sachlich diskutieren“ ist ohnehin etwas, was er gerne macht, wo er seine Art des Wahlkampfes angesiedelt sehen will: mit den Menschen reden, ihnen Lösungen anbieten.
Vor gar nicht langer Zeit, um genauer zu sein bis vor etwa dreieinhalb Jahren, beschränkten sich seine politischen Wahrnehmungen und Aktivitäten darauf, „auf dem Sofa sitzend gegen Politik und Politiker zu motzen. „Das kann doch nicht wahr sein, was die da machen.“ „Tu was dagegen“, nahm ihn sein Vater – für Schöps junior eine wichtige Vertrauensperson – in die Pflicht. Der Sohn ließ Taten folgen und trat in die FDP ein.
Warum gerade die Liberalen? „Für mich ist die FPD die einzige Partei, die ein gescheites Sozialsystem bauen will.“ Schöps mischte sich bei Diskussionsrunden immer wieder ein. Die Folge: Er wurde gefragt – „für mich kam das total überraschend“ –, ob er als Kandidat bei der Bundestagswahl antreten wolle. Nach zwei Wochen Bedenkzeit und einigen innerfamiliären Besprechungen sagte er zu. Dass mit einem Landeslistenplatz 25 und keiner Chance aufs Direktmandat seine blau-gelben Bäume nicht gerade in den Himmel wachsen, weiß er natürlich.
„Meine wichtigste Aufgabe sehe ich darin, Stimmen für die FPD zu sammeln, Stimmen für den Politikwechsel.“ Wie es dann mit seiner politischen Karriere weitergeht, Schöps kandidierte auch für den Kreistag, werde sich nach dem 27. September zeigen. Im Wahlkampf selbst wolle er nicht als „brubbelnder Schreihals“ auftreten, „ich will Lösungen aufzeigen“. Soziale Sicherheit hat er sich als sein Thema auserkoren; keine wirklich überraschende Wahl für einen Anwalt mit Fachrichtung Sozialrecht. „Mit den Menschen ins Gespräch kommen“, beschreibt er seinen Wahlkampfstil. Und er würde gerne so gut reden können wie Westerwelle.
Erholung von der Jagd nach Stimmen findet Schöps nicht nur in der Familie, sondern auch bei der Jagd auf dem Hochsitz. „Geschossen hab’ ich aber noch nix“, gesteht der Jungjäger.